Schwarz-Weiß Bild von Montessori lächelnd mit einem Kind

Was ist die Montessori-Therapie?

Die Montessori-Therapie ist eine eigenständige, ganzheitliche Therapieform, die am Kinderzentrum München entwickelt wurde. Sie basiert auf den pädagogischen Prinzipien von Dr. Maria Montessori und verbindet diese mit modernen Erkenntnissen aus Neurophysiologie und Entwicklungspsychologie. 

Im Mittelpunkt steht die individuelle Förderung des Kindes: seine Persönlichkeit, seine Interessen, seine Fähigkeiten – und sein soziales Umfeld. Die Therapie richtet sich dabei stets nach dem Leitsatz: 
„Hilf mir, es selbst zu tun.“ 

Ziele und Grundprinzipien 

Die Montessori-Therapie richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen. 

Im Zentrum steht der Mensch: individuell begleitet, in einer vorbereiteten Umgebung, mit speziell entwickelten Materialien, die eigenständiges Lernen ermöglichen. 

Die Therapieform fördert Inklusion durch echte Teilhabe – im Alltag, in der Gemeinschaft und im eigenen Entwicklungsweg. 

Sie stärkt die Selbstständigkeit, Selbstwirksamkeit das Selbstvertrauen und die Freude am Tun – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einschränkungen. Dafür arbeitet sie mit einem klar strukturierten, entwicklungsfördernden Rahmen – der sogenannten vorbereiteten Umgebung. Diese ermöglicht: 

  • Lernen über aktives Tun: „Vom Greifen zum Begreifen“ 
  • Entwicklung von Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung 
  • Förderung von Eigenmotivation und Konzentration 
  • Aktivierung aller Sinne sowie motorischer und sprachlicher Fähigkeiten

Ein besonderes Merkmal ist das Arbeiten mit speziell entwickelten, wissenschaftlich fundierten Materialien. Diese laden zum selbstständigen Ausprobieren ein, enthalten eingebaute Fehlerkontrollen und fördern so das eigene Verständnis – Schritt für Schritt. 

Hintergrund & Entwicklung 

Die Montessori-Therapie wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Theodor Hellbrügge aus der Montessori-Pädagogik und -Heilpädagogik heraus entwickelt, von Lore Anderlik therapeutisch erweitert und durch Prof. Dr. Hubertus von Voß systematisch aufgebaut. 

Heute ist sie als Multidimensionale funktionelle Komplextherapie (MfK) anerkannt und wird seit 1994 in einer berufsbegleitenden Weiterbildung gelehrt. 

Sie kommt vor allem im Rahmen der Eingliederungshilfe bei Entwicklungsverzögerungen, Wahrnehmungsstörungen, Autismus-Spektrum-Störungen, motorischen oder sprachlichen Schwierigkeiten zum Einsatz – und dabei stets mit dem Blick auf das Kind als Ganzes. 

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